Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus - Veranstaltungsreihe vom 9. November 2006 - 31. Januar 2007

Samstag, 4. November 2006, 19 Uhr
"Swing Heil!"
Première
Landeskrankenhaus Moringen, Mannenstr. 29
Das Theaterstück möchte der Kraft und Phantasie jener Jugendlichen auf die Spur kommen, die als "Swing-Kids" einen Lebensstil pflegten, von dem sich der NS-Staat provoziert fühlte. Mit Theatermitteln, Musik und Tanz nähert sich das Stück dem dramatischen Spannungsfeld von Machtausübung einerseits und Freiheitswille andererseits, dem Recht auf Selbstbestimmung und der Gewalt, mit der sie unterdrückt wird - ein nach wie vor aktuelles Thema in unserer Welt.
Veranstaltet von teatro regio e.V. und der KZ-Gedenkstätte Moringen
Eintritt: 8 € / ermäßigt 4 € / Gruppen ab 10 Personen 3 €
Kartenvorverkauf: KZ-Gedenkstätte Moringen, Tel. 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de
Weitere Termine:
So, 05. November 2006, 16 Uhr
Sa, 11. November 2006, 19 Uhr
So, 12. November 2006, 16 Uhr
Sa, 18. November 2006, 19 Uhr
So, 19. November 2006, 16 Uhr
Sa, 25. November 2006, 19 Uhr
So, 26. November 2006, 16 Uhr

Donnerstag, 9. November 2006, 18 Uhr
"Antisemitismus und Uni"

Mahnmal am Platz der Synagoge, Göttingen
Gedenkstunde anlässlich der Reichspogromnacht von 1938, gestaltet von Studierenden der Georg-August-Universität Göttingen
Veranstaltet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Stadt Göttingen

Donnerstag, 9. November 2006, 19:30 Uhr
"Lange Nacht der Erinnerung"

Quellen und Texte der 2. und 3. Generation nach der Shoah, interpretiert aus rabbinischer Sicht.
Arbeit und Leben, Lange Geismarstr. 72, Göttingen
Veranstaltet vom Jüdischen Lehrhaus Göttingen

Mittwoch, 22. November 2006, 19 Uhr
"Sie Schuft, Sie Lump, ich werd’ es Ihnen schon zeigen!"
Ein multimedialer Streifzug durch die Erwerbslosigkeit in den 1920/30er Jahren in Göttingen
Kino Lumière, Geismar Landstraße 19, Göttingen
Wer nicht arbeitet soll auch nicht essen! Arbeit, ganz gleich ob sie "sinnvoll" war oder nicht, galt schon immer als Allheilmittel gegen Müßiggang und als Voraussetzung für den Erhalt von Fürsorge- und Sozialleistungen. Wie funktionierte die Disziplinierung durch Arbeit? Wie sahen die Bedürftigkeitsprüfungen und Schikanen auf den Ämtern aus? Wie überlebten Erwerbslose und wie wehrten sie sich? Welcher Verfolgung waren sie im Nationalsozialismus ausgesetzt?
Mit Filmaufnahmen, Hörbeitragen, Originaldokumenten, Fotographien und Wortbeiträgen werden wir den Spuren der Erwerbslosen von Anfang der 20er bis Mitte der 40er Jahre nachgehen.
Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen und dem Sozialen Zentrum Göttingen
Mit freundlicher Unterstützung bei der Erstellung der multimedialen Präsentation durch die Hans-Böckler-Stiftung und die Stiftung Menschenwürde und Arbeit

"3. November 2006 bis 25. März 2007
"Ich habe die Bilder zunächst nur für mich selbst gezeichnet..."
Zeichnungen von Hedwig Regnart
Häftling im Frauen-KZ Moringen (März 1936 - Januar 1937)
Reddersen-Haus, Am Münster 6, Northeim
Donnerstag, 23. November 2006, 18 Uhr
Ausstellungseröffnung
Öffnungszeiten des Reddersen-Hauses:
Montag bis Samstag: 10-12 Uhr
Montag, Donnerstag und Freitag 14:30 bis 16:30 Uhr
Führungen nach Vereinbarung. Nähere Informationen und Anmeldung:
KZ-Gedenkstätte Moringen, Tel. 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de

Mittwoch, 13. Dezember 2006, 20 Uhr
"Warum wir das Kriegerdenkmal nicht gesprengt haben"

Geschichtspolitik – wie geht das, was soll das?
Vortrag und Diskussion
Café Kabale, Geismar Landstraße 19, Göttingen
Wenn heute allseitig die "Lehren aus der deutschen Geschichte" beschworen werden, dann bedeutet das oft weniger einen kritischen Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit als eine Indienstnahme für politische Interessen. Wie sollte sich die Linke vor diesem Hintergrund mit Geschichtspolitik auseinandersetzen? Wie wichtig ist das Gedenken an die Opfer? Und warum haben wir das Kriegerdenkmal nicht gesprengt?
Veranstaltet von der OLAfA (Offene Linke – Alles für Alle)

Samstag, 16. Dezember 2006, 12 Uhr
Konzentrationslager Mittelbau-Dora 1943-1945
- Führung in der Gedenkstätte
Treffpunkt: Museum der Gedenkstätte, Kohnsteinweg 20, Nordhausen
Anmeldung und Information unter Tel. 03631-495820
Im September 2006 eröffnete die Gedenkstätte Mittelbau-Dora im Museumsneubau ihre ständige Ausstellung, die die Geschichte des KZ-Komplexes im Südharz darstellt. Beim Rundgang durch die neue Ausstellung und das ehemalige Lagergelände erläutert Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner die Umsetzung der inhaltlichen und gestalterischen Konzeptionen.
Veranstaltet von der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora

Mittwoch, 10. Januar 2007, 19 Uhr
"100 Jahre ungebrochner Wille" - Film über Leopold Engleitner

DGB-Haus, Obere Masch 10, Göttingen
Der Kriegsdienstverweigerer und Zeuge Jehovas ist mit 101 Jahren der älteste Überlebende der Konzentrationslager Buchenwald und Ravensbrück. Reportage mit dem Regisseur Bernhard Rammerstorfer und abschließende Gesprächsrunde mit den Zuschauern.
Veranstaltet von der Opfergruppe Jehovas Zeugen in Deutschland

Samstag, 13. Januar 2007, 14:30 Uhr
Führung zum Jugend-KZ Moringen

KZ-Gedenkstätte Moringen, Lange Straße 58
Die Häftlinge des Jugend-KZ Moringen waren SS-Terror, Hunger und Zwangsarbeit ausgesetzt. Ab 1941 war das Jugend-KZ Experimentierfeld innerhalb der NS-Rassenpolitik. Unter Leitung von Dr. Robert Ritter versuchten sogenannte Kriminalbiologen ihre These, wonach Kriminalität und "Asozialität" erblich bedingt seien, mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen an den Häftlingen zu belegen.
Nähere Informationen und Anmeldung:
KZ-Gedenkstätte Moringen, Tel. 05554-2520, info@gedenkstaette-moringen.de

Sonntag, 14. Januar, 2007, 11:30 Uhr
"Zeugnisse aus Stein."

Führung über den Jüdischen Friedhof Göttingen
Treffpunkt: An der Gerichtslinde / Kasseler Landstraße, Göttingen
Veranstaltet von der Jüdischen Gemeinde und der Gesellschaft für christl.-jüd. Zusammenarbeit

Donnerstag, 18. Januar 2007, 19 Uhr
Erinnerungs- und Geschichtspolitik in Deutschland

DGB-Haus, Obere Masch 10, Göttingen
Die BRD befindet sich geschichtspolitisch zu Beginn des 21. Jahrhunderts in einer neuen Etappe, die unterschiedliche Umgänge mit der Vergangenheit hervorbringt. Geschichtspolitik in der BRD lässt sich als Deutungskampf begreifen. Gegenstand dieses Kampfes ist nicht nur die historische Wahrheit, sondern auch und vor allem die Frage der Bedeutung der Vergangenheit für die Gegenwart. Zu einer kritischen Betrachtung jener funktionalen Seite von ‚Erinnerung’ in der BRD ist Dr. Samuel Salzborn unserer Einladung gefolgt. Mit dieser Veranstaltung soll das Thema der Geschichtspolitik selbst einen Platz in der Gedenkreihe finden.
Veranstaltet von der DGB-Jugend und VVN- BdA

Samstag, 20. Januar 2007, 10 -15 Uhr
Tötungsarbeit – Der Holocaust in der Ukraine

DGB Haus, Obere Masch 10, Göttingen
Annähernd 1,2 Millionen Juden sind während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg in der Ukraine ermordet worden. Die meisten wurden unmittelbar nach dem deutschen Einmarsch durch Exekutionskommandos von Einsatzgruppen und Polizeibataillonen erschossen. Der Workshop geht anhand von Archivmaterialien und Zeugenaussagen der Frage nach, wer die Männer in diesen Einheiten waren und wie sie zu Massenmördern wurden.
Veranstaltung mit Michaela Christ, Kulturwissenschaftliches Institut Essen.
Anmeldungen bitte an: o_lafa@yahoo.com
Veranstaltet von der OLAfA (Offene Linke – Alles für Alle)

Mittwoch, 24. Januar 2007, 20 Uhr
Als kommunistischer Jude im bewaffneten Widerstand

Zeitzeugengespräch mit dem Résistance-Kämpfer Max Tzwangue (Paris)
Kino Lumière, Geismar Landstraße, Göttingen
Max Tzwangue kämpfte schon als 18-Jähriger in der französischen Résistance. Als Mitglied der Stadtguerilla-Einheiten der FTP-MOI beteiligte er sich an Sabotageaktionen und Angriffe auf die deutschen Besatzer. Der kommunistischen FTP-MOI gehörten vor allem junge Jüdinnen und Juden an, deren Eltern von den Nazis in die Vernichtungslager deportiert worden waren.
Veranstaltet von der OLAfA (Offene Linke – Alles für Alle)

Freitag, 26. Januar 2007, 18 Uhr
Der Untergang von Buczacz -
Die Zerstörung einer multi-ethnischen Stadt in Galizien
Vortrag von Omer Bartov, Professor für Europäische Geschichte an der Brown University, Providence/RI (USA); Fellow der American Academy, Berlin
Zentrales Hörsaalgebäude (ZHG), Raum 001, Göttingen
Bis zum 2. Weltkrieg konnte das ostgalizische Buczacz als Mikrokosmos des über Jahrhunderte gewachsenen, für die Region charakteristischen ethnisch-religiösen Nebeneinanders gelten; hier lebten vor allem Polen, Juden und Ukrainer. Am Beispiel der Stadt beschäftigt sich der international renommierte Holocaust-Forscher Omer Bartov mit der Dynamik von Vertreibung und Vernichtung im Kontext von wechselnder Besatzung, Krieg und Kollaboration. Im mikrohistorischen Zugriff untersucht er die Spuren der Erinnerung an die Ermordung der jüdischen Bevölkerung Buczaczs und an die Deportation der Polen.
Veranstaltet vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V.

Samstag, 27. Januar 2007, 20 Uhr,
"Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?"

Szenische Lesung von SchauspielerInnen des Deutschen Theaters Göttingen mit Texten aus dem gleichnamigen Buch von Lizzie Doron
Altes Rathaus, Göttingen,
Doron (geb. 1953 in Tel Aviv) schildert in dem Buch in 20 Episoden ihre Erinnerungen an ihre Mutter, die als Holocaust-Überlebende nach Israel einwanderte, an ihr gemeinsames Leben in Tel Aviv zwischen 1960 und 1990. Voller Witz und Trauer sind diese Erinnerungen einer Tochter an ihre Mutter, eine eigenwillige, kämpferische Frau, die mit viel Einfallsreichtum im jungen Israel ein neues Leben aufzubauen versucht - "trotz allem".
Veranstaltet vom Bündnis "Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – 27. Januar"
Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

Sonntag, 28. Januar 2007, 11.15 Uhr
"Ich werde nicht den ersten Stein aufheben."
Deutsches Theater in Göttingen, Keller
Lesung der Briefe von Hannah Vogt, geschrieben in der Haft im KZ Moringen
Veranstaltet vom Deutschen Theater in Göttingen und der KZ-Gedenkstätte Moringen

Dienstag, 30. Januar 2007, 14 Uhr
Geschichte Göttingens im Nationalsozialismus – Stadtrundgang

Dauer: ca. 1 ½ Stunden
Treffpunkt: Hotel Central, Jüdenstraße 12, Göttingen
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich!
Habt ihr euch schon häufiger gefragt, was in Göttingen im Nationalsozialismus passierte? Mit diesem Stadtrundgang will die Geschichtswerkstatt Göttingen einen Einblick in den Alltag der Göttinger Bevölkerung zur Zeit des Nationalsozialismus vermitteln. Anhand von ausgewählten Themen richten wir den Blick nicht nur auf die Opfer von Entrechtung, Verfolgung und Deportation, sondern auch auf die Täter und Täterinnen vor Ort:
Was geschah während der Reichspogromnacht am 9. November 1933 in Göttingen? Wie wurde Göttingen zur norddeutschen Hochburg der NSDAP? Welche Rolle spielte die Universität in der Kommunalpolitik? Welche Aktivitäten entwickelten Frauen in der Göttinger Frauengruppe der NSDAP? Wie erging es den Gewerkschafter/innen und Sozialdemokrat/innen? Wie positionierte sich das "Göttinger Tageblatt" in den politischen Auseinandersetzungen vor 1933?