Armut

Speisung

Wie schon in dem Artikel über die Marktfrauen gezeigt wurde, war Göttingen vor allem eine Ackerbürger- und Ackerbürgerinnenstadt. Mit der Universitätsgründung 1737 kam die Universität als Arbeitsmöglichkeit noch hinzu, zum Beispiel für Angestellte und Gesinde u.ä.

Doch entgegen der weitverbreiteten Ansicht, durch diese sei Göttingen zu einer reichen Stadt angewachsen, nahm die Unterschicht stark zu, der Reichtum galt nur für eine - zahlenmäßig sehr kleine - Oberschicht. Im 18. Jahrhundert gehörten 50% der Bevölkerung zur Unterschicht, im 19. Jahrhundert stieg diese Zahl weiter. 1890 galt ein Einkommen von 900 Reichsmark als Armutsgrenze. Darunter fielen zeitweise bis zu 65% der Einwohner und Einwohnerinnen!

Betrachten wir den Frauenanteil, so läßt sich feststellen, daß Armut in starkem Maße weiblich war.


Unterrubriken zu dieser Seite