Aktuelle Veranstaltungstermine

19 | August 2018 bis 26 | Oktober 2018

Sonderausstellung | 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma

 

Öffnungszeiten |
mittwochs & freitags 10-14 h
1. / 3. Sonntag im Monat 14-17 h
und für Gruppen nach Vereinbarung

 

Ort |
Dauerausstellung Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945

Godehardstraße 11 | Göttingen

 

 

 

Die Ausstellung „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma" zeigt die Meilensteine der Bürgerrechtsarbeit von der Gründung des damaligen „Zentral-Komitees der Sinti West-Deutschlands" im Jahr 1971 bis zur heutigen Arbeit des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. Fotografien aus fünf Jahrzehnten lenken den Blick auf bekannte und bisher weniger bekannte Ereignisse der Bürgerrechtsarbeit.

Nach dem Zweiten Weltkriegs wurden die NS-Verbrechen an Sinti und Roma über Jahrzehnte hinweg beschwiegen und die Überlebenden erneut ausgegrenzt und ins Abseits gedrängt. Die Verantwortlichen des Völkermordes hingegen konnten in vielen Fällen als respektierte Mitglieder der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft weiterleben und ohne Angst vor Bestrafung ihre Karrieren fortsetzen. Der Völkermord an den Sinti und Roma wurde systematisch geleugnet, insbesondere durch ehem. Angehörige des Reichssicherheitshauptamtes, die in der BRD wieder hohe Positionen in Polizeibehörden innehatten.

Die Ausstellung wurde konzipiert vom Team des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und zeigt, wie es der Bürgerrechtsbewegung deutscher Sinti und Roma gelungen ist, die NS-Vergangenheit zum gesellschaftlichen Thema zu machen und immer wieder erfolgreich für die Belange der Minderheit einzutreten. Neben vielen einzelnen Persönlichkeiten werden die aufsehenerregenden Aktionen, wie etwa der Hungerstreik im ehem. Konzentrationslager Dachau 1980, näher beleuchtet Dabei kann die Bürgerrechtsarbeit noch lange nicht als abgeschlossen betrachtet werden, somit richtet sich die Ausstellung auch an junge Menschen, die diesen Weg weiter gehen. In Anbetracht eines bis heute weit verbreiteten Antiziganismus und der schwierigen Lage von Sinti und Roma in vielen Ländern Europas, handelt es sich um die historische Einbettung eines sehr aktuellen Themas.

Eintritt frei | Spenden erwünscht

Flugblatt [Download]

Vernissage | Sonntag, 19. August | 14 Uhr

Programm

Führung durch die Ausstellung mit Ilona Lagrene | Aktivistin, Heidelberg
Dokumentarfilm „The Awakening" & Diskussion mit Kenan Emini | Regisseur, Roma Center Göttingen

Die langjährige Bürgerrechts-Aktivistin Ilona Lagrene aus Heidelberg wird anlässlich der Vernissage durch die Ausstellung führen. Im Anschluss zeigen wir den Film The Awakening. Der Dokumentarfilm zeigt Momentaufnahmen der politischen und sozialen Lage von Roma in Europa. Es handelt sich dabei um eine Art „Work in Progress", da die Aufnahmen regelmäßig aktualisiert werden, um die neuesten Entwicklungen zu dokumentieren.

Rahmenprogramm |

Workshop mit Führung |
Bürgerrechtsarbeit

mit Referent*innen des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma, Berliner Büro

Sonntag, 23. September | 14 - 18 Uhr | Alle Interessierten
Montag, 24. September | 10 - 15 Uhr | Multiplikator*innen

Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt | bitte Voranmeldung
0551 / 29 34 69 01 | info@zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu


Vortrag |
Dr. Robert Ritter | Kriminal- und erbbiologische Selektion bei Jugendlichen der KZs Moringen und Uckermark

mit Andreas Kohrs, Göttingen

Donnerstag, 25. Oktober | 19 Uhr

In den Jugend-KZs Moringen und Uckermark inhaftierte Jugendliche wurden unter „rassehygienischen" Gesichtspunkten selektiert. Im Göttinger Klinikum wurden dann auf Veranlassung Ritters Zwangssterilisationen an Jugendlichen aus dem KZ Moringen vorgenommen. Damit beschäftigt sich Andreas Kohrs, der die Jugend-KZs seit den 80iger Jahren erforscht.


Ein Workshop über Rassimus, Asyl und Bleiberecht für Schulklassen und Jugendgruppen |
Zukunft für Alle

mit Sandra Goerend, Roma Center Göttingen e.V.

Dauer: 2 Stunden | Weitere Informationen hier
10 bis 20 Teilnehmer*innen pro Gruppe |
Anmeldevorlauf bitte mindestens eine Woche | 0551 / 29 34 69 01 | info@zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu

 

Eine Kooperation der Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945"mit |
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg
Roma Center Göttingen e.V.
Roma Antidiscrimination Network RAN
Geschichtswerkstatt Göttingen e.V.

Sonntag, 7. Oktober 2018, 14:30 - 16:00 Uhr

Lebensgeschichten niederländischer NS-Zwangsarbeiter. Eine Führung durch die Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit“

mit Paulien Veenstra (Studentin der Sprachwissenschaft)

Ort: Ausstellungsraum in der BBS II, Godehardstraße 11 in Göttingen

Bis zu 60.000 Menschen mussten während des Zweiten Weltkriegs in Göttingen und Umgebung Zwangsarbeit leisten. Sie kamen aus allen Teilen Europas. Die Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939-1945" ist ihrem Schicksal gewidmet. Auch aus den Niederlanden wurden Menschen von den deutschen Besatzern in die Region gebracht. Was Zwangsarbeit für sie bedeutete, macht diese thematische Ausstellungsführung am Beispiel der Lebensgeschichten zweier Niederländer deutlich. Erzählt wird von den Tätigkeiten, die sie verrichten mussten, von den Lagern, in denen sie untergebracht waren, und von den Gefahren, denen sie ausgesetzt waren. Berichtet wird aber auch über ihr Leben vor der Verschleppung und über die Art und Weise, wie sie nach der Befreiung mit ihren Erfahrungen umgingen.

Die Führung ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten.

Voranmeldung: info@zwangsarbeit-in-niedersachsen.eu oder Tel. 0551 / 50 76 45 54

Veranstaltet von der Dauerausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit in Südniedersachsen 1939-1945" und die Geschichtswerkstatt Göttingen e.V.

Darüber hinaus hat die Ausstellung am 7. Oktober 2018 von 14.00-17.00 Uhr für Einzelbesucher geöffnet.